Eine Garage ist nicht automatisch ein Lagerraum für Möbel, Umzugskartons oder Waren. Bevor du sie dafür mietest oder anbietest, müssen die genehmigte Nutzung, die geltenden Bauvorschriften und die Mietvereinbarung zusammenpassen. Ein freier Stellplatz oder die Zustimmung des Eigentümers allein klärt das noch nicht.
Drei Fragen vor der Einlagerung
Wofür ist der Raum genehmigt? In NRW definiert § 2 Absatz 8 BauO NRW Garagen als Gebäude oder Gebäudeteile zum Abstellen von Kraftfahrzeugen und/oder Fahrrädern. Die dauerhafte Nutzung als Lager kann eine Nutzungsänderung sein. Nach § 60 sind Nutzungsänderungen grundsätzlich genehmigungspflichtig; Ausnahmen enthalten unter anderem §§ 62 und 63. Verfahrensfreiheit befreit nicht von den öffentlich-rechtlichen Anforderungen. Frage bei unklarer Nutzung die zuständige Bauaufsicht mit Angaben zum konkreten Objekt. Grundlage: BauO NRW 2018, Fassung ab 1. September 2026, §§ 2, 60, 62 und 63.
Was erlaubt die Vereinbarung? Lass dir den vorgesehenen Nutzungszweck und mögliche Einschränkungen nennen. „Garage mieten“ ist keine eindeutige Vereinbarung über die Einlagerung von Möbeln. Beschreibe deine Gegenstände und die geplante Dauer. Für Lagery-Angebote müssen Anbieter zulässige Nutzung und Beschränkungen zutreffend angeben; Mieter dürfen die Fläche nur im vereinbarten Umfang nutzen. Siehe Lagery-AGB, Abschnitte 4 und 5.
Welche Regeln gelten für Betrieb und Brandschutz? Die bauordnungsrechtliche Einordnung und die Größe der Garage sind dafür relevant. Eine Zustimmung im Mietvertrag ersetzt diese Prüfung nicht.
Garagenverordnung in NRW: Auf die gesamte Garage kommt es an
Die Regeln zum Bau und Betrieb von Garagen stehen in NRW in Teil 5 der Sonderbauverordnung (SBauVO). § 122 unterscheidet nach Nutzfläche:
| Einordnung in NRW | Nutzfläche der Garage |
|---|---|
| Kleingarage | Bis einschließlich 100 m² |
| Mittelgarage | Über 100 bis einschließlich 1.000 m² |
| Großgarage | Über 1.000 m² |
Dabei zählen miteinander verbundene Einstellplätze und Verkehrsflächen zusammen. Ein gemieteter 12-m²-Platz in einer großen Tiefgarage macht diese deshalb nicht zur Kleingarage. Quelle: SBauVO NRW, § 122 Absätze 1 und 8.
Für Mittel- und Großgaragen untersagt § 139 Absatz 4 grundsätzlich die Aufbewahrung brennbarer Stoffe außerhalb von Kraftfahrzeugen. Absatz 5 erlaubt bestimmte Ausnahmen: bis zu vier Kfz-Räder je Einstellplatz innerhalb des Platzes sowie Fahrradanhänger für den Lastentransport innerhalb der Garage. Notwendige Stellplätze müssen dabei nutzbar bleiben. Daraus folgt keine allgemeine Erlaubnis für Möbel, Kartons oder einen Reifenhandel. Quelle: SBauVO NRW, § 139 Absätze 4 und 5.
Für Kleingaragen darfst du aus diesen Vorschriften ebenfalls keine pauschale Freigabe als Haushaltslager ableiten. Die genehmigte Nutzung und weitere Vorgaben zum Objekt bleiben zu klären.
Möbel, Kartons oder Reifen: So fragst du konkret nach
| Dein Vorhaben | Was vorher geklärt sein sollte |
|---|---|
| Sofa und Umzugskartons für mehrere Monate lagern | Ist die Nutzung als Lager bei diesem Objekt zulässig und ausdrücklich vereinbart? |
| Einen Satz Räder auf einem Tiefgaragenplatz lagern | Welche Garagenklasse und örtlichen Regeln gelten, und bleibt der notwendige Platz nutzbar? |
| Warenbestand lagern und regelmäßig abholen | Sind Menge, Lagerung und die damit verbundenen Abläufe für die Fläche erlaubt? |
| Eine eigene Garage als Lager vermieten | Welche Nutzung dokumentieren Bauunterlagen und gegebenenfalls behördliche Entscheidungen? |
Nenne nicht nur „ein paar Sachen“. Art, Menge und Mietdauer helfen dem Anbieter, deine Anfrage mit den tatsächlichen Bedingungen abzugleichen. Ist die Lagerzulässigkeit offen, plane den Raum noch nicht fest für deine Gegenstände ein.
Auch ein zulässiger Lagerraum muss geeignet sein
Prüfe anschließend Innenmaße, Toröffnung, Zufahrt und Zugangszeiten. Für empfindliche Gegenstände brauchst du außerdem passende Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen. „Garage“ und ein trocken aussehendes Foto belegen diese Eigenschaften nicht. Die Größenhilfe unterstützt dich dabei, Gegenstände und Transportweg zu vermessen.
Wenn du vor allem Gegenstände lagern möchtest, vergleiche auch ausdrücklich dafür angebotene Lagerräume. Zum Abstellen eines Fahrzeugs kannst du Garagen oder Stellplätze vergleichen. Prüfe bei jedem Inserat die konkrete Nutzung.